Unsere Kirche
- Gotteshaus mit langer Geschichte
und beeindruckendem Inventar -


Efeubewachsene Nordseite mit großen Fenstern

Bereits nach der Christianisierung im hohen Mittelalter wurde in Dunum eine Kirche mit einem Friedhof angelegt. Das erste sakrale Bauwerk dürfte eine Holzkirche gewesen sein, die vielleicht sogar mehrmals erneuert worden ist. Im 12. Jahrhundert erfolgte dann die Errichtung einer Backsteinkirche auf einem mächtigen Fundament aus Granitfindlingen. An der Apsis befindet sich ein Sockel mit Wulst und Kehle. Er gilt als Anhaltspunkt für eine frühe Einordnung  der Bauzeit um 1200 als romanische Saalkirche.

Im Inneren der Kirche wurden Formsteine gefunden. Sie weisen darauf hin, dass die Kirche zunächst mit einem Gewölbe ausgestattet gewesen ist. Der Apsisbogen mit dem Rücksprung bis in den Raum des Dachbodens hinein deutet an, dass der Kirchenraum mit der ehemaligen Gewölbedecke ursprünglich höher war.

In der Süd- und der Nordwand befanden sich zunächst je drei kleine Fenster unmittelbar unter der Traufe. Um die Lichtverhältnisse in der Kirche zu verbessern, wurden die Fenster im Jahre 1861 erheblich vergrößert. Der Westgiebel erhielt bereits 1712 eine neue Verblendung.


Südseite der Kirche mit der Apsis im Osten


Geformte Granitquader
des ehemaligen Eingangs
Üblicherweise befanden sich die Eingänge in den Kirchenraum in den Seitenwänden. In der Südwand ist noch der zum Teil aus Granitquadern geformte Torbogen zu erkennen.

Portal im Westgiebel


Glockenturm
Der mit der Kirche zugleich errichtete Glockenturm steht wie an vielen anderen Orten in Ostfriesland auch in einigem Abstand von der Kirche südlich des Westgiebels. Er ist von gedrungener Form und entspricht dem ältesten Typ von Kirchtürmen in Ostfriesland.

Im Glockenturm befinden sich drei relativ kleine Glocken. Die älteste Glocke stammt aus der Zeit um 1500. Es kann davon ausgegangen werden, dass sie aus dem Bestand eines Klosters bestanden hat und 1550 im Zuge der Auflösung des KLosters nach Dunum kam. Sie führt die Namen St. Anna, Jesus, Maria und Johannes."

Die zweite Glocke stammt aus dem Jahr 1935. Sie wurde in Lübeck für die Kirche in Dunum gegossen, musste aber zur Zeit des II. Weltkrieges abgeliefert werden. Der ortsansässige Mühlenbauer Böök entdeckte sie aber nach dem Krieg auf einem Schrottplatz in Wilhelmshaven und sorgte für ihre Rückkehr nach Dunum.

Die dritte Glocke wurde 1959 in der Glockengießerei Rincker in Hildesheum hergestellt.

Glockengeläut: klick



Detail der Glocke von 1935


Taufbecken aus Granit
aus der Zeit um 1200
Zum ältesten Inventar der Kirche gehört der Taufstein. Er stammt aus der Zeit um 1200 und ist aus einem Granitstein geformt. Er ist verziert mit vier archaisch gestalteten Relieffiguren, die ihre Hände in der Gebetsgeste vor der Brust halten.

Ein ehemaliger hölzerner Deckel ist abhandengekommen.

Bemerkenswert ist das Weihwasserbecken  in der Kirche am Westgiebel. Es ist wie die Taufe aus einem Granitstein geformt und dürfte aus der gleichen frühen Zeit stammen. Nach der Reformation wird man es für profane Zwecke verwendet haben. So muss es nicht verwundern, dass man es im Garten des Pfarrhauses entdeckte und von dort wieder in die Kirche gebracht hat. 


Weihwasserbecken
genutzt in vorreformatorischer Zeit


Sandsteinplatten
aus dem Odenwald und Bentheim
Aus ältester Zeit stammen auch die Sandsteinplatten, die heute ihre Platz an der Nordwind vorn in der Kirche haben. Im 13. Jahrhundert dienten sie zur Abdeckung der Sarkophage bei Bestattungen von Geistlichen im Altarraum der Kirche. Später wurden sie gehoben und waren in das Pflasterwerk im Altarraum eingefügt.

Der rote Sandstein stammt aus dem Odenwald. Der gelbe Sandstein aus dem Raum Bentheim.

Im Mauerwerk im Altarraum findet man auf der linken Seite eine Nische. Sie hat in vorreformatorischer Zeit als Abendmahlsschrein gedient, in der neben den Vasa sacra (Abendmahlsgeräte) die konsekrierte Hostie aufbewahrt wurde. Es ist wahrscheinlich, dass die Nische urspränglich mit einem Gitter verschlossen war.

Eine andere Nische im Mauerwerk des Altarraumes hinter dem Altar diente als Priscina, ein Becken zur Reinigung der Altargeräte.

Das Hagioskop findet sich auf der rechten Seite unmittelbar vor dem Altarraum. Ursprünglich war es nach außen offen und gab Menschen, die vom Gottesdienst ausgeschlossen waren, Gelegenheit, von draußen durch dieses Fenster die heilige Handlung in der Kirche zu betrachten.


Hagioskop


Altarraum

Das ursprüngliche Aussehen des Altares ist unbekannt. Der Altartisch ist abgedeckt mit zwei Sandsteinplatten, die mit Weihekreuzen versehen wurden.

Um 1860 wurde der Altar erneuert. Zu dieser Zeit erhielt er ein Holzkreuz, das heute am Westgiebel angebracht ist. Es ist mit dem am Kreuz leidenden Christus bemalt.

In den 50er Jahren des letzten Jahrhunderts schuf der Bremer Bildhauer Klaus Bücking aus einem alten Mühlenbalken die Kreuzesfigur, die heute auf dem Altar zu sehen ist. Bücking war zur Zeit des Nationalsozialismus wegen seiner Mitgliedschaft bei der KPD und seines Widerstandes gegen das Regime inhaftiert worden. Nach dem Krieg schuf er neben dem Kreuz in Dunum auch die Taufe in Bremen-Hemelingen und die Krippenfiguren der Epiphanias-Kirche in Bremen.



Kreuz aus Mühlenbalken
von Klaus Bücking 1954


Blick zum Westgiebel mit Empore und Orgel

Die Orgel wurde finanziert durch die Stiftung von Berend Gerdes. Er verfügte 1758 in seinem Testament, dass von seinem Vermögen 1000 Gulden dem Bau der Orgel dienen sollten.

In den Jahren 1759 bis 1765 wurde die Orgel dann vom Orgelbaumeister Hinrich Just Müller aus Wittmund mit 9 Registern ausgesführt.

Johann Hinrichs aus Dunum ließ 1764 die Bemalung der Empore veranlassen.



Bemalung der Empore


Kanzel
aus dem 18. Jahrhundert
Die Kanzel wurde in den Jahren 1769 und 1770 von dem Zimmermann Gerd Berens aus Esens für die Kirche gebaut. Sie wurde von Claes Röttgers aus Wittmund bemalt. Die Tafeln an der Kanzel zeigen Christus und die vier Evangelisten

Kanzelkorb
mit Bildern von Jesus als
"Salvat[or] mundi" (Erlöser der Welt)
und den Evangelisten
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